Die Ellerbeker Büttgill wurde
im Juli 1666 als Brand- und Schützengilde von 18 Personen,
vorwiegend Fischer aus dem Ortsteil Ellerbek, gegründet.
Die Original-Gründungsurkunde, von der Priorin des Klosters Preetz ausgestellt, befindet sich
noch heute im Besitz der Gilde.
Zweck der Gilde war, sich bei Brandschäden der reetgedeckten Häuser und Räuchereien am Ellerbeker Strand zu
versichern und sich vorwiegend als Schützenbrüder beim Schuss auf den damals noch eisernen Vogel zu betätigen.
Die Bestimmungen der Gilderolle befassen sich hauptsächlich mit dem Verhalten auf dem Schießplatz.
Es müssen zum Teil raue Sitten geherrscht haben, denn es wurde z.B. bestimmt: "Degen,
Dolche, Messer und dergleichen feindliche Instrumente sind vor dem Schiessen beim Vorstand abzugeben."
In den Satzungen der Gilde waren über die Jahrzehnte auch die Namen "Schützen-Lustgilde",
"Ellerbeker Schützengilde" und ab 1891 "Ellerbeker Bürgergilde" zu lesen.
Von der Bevölkerung jedoch wurde die Gilde längst "Buttgilde" genannt. Auswärtige Besucher wurden nämlich
von den zahlreichen Fischern mit gebratenem oder in Sauer gelegtem Butt oder Aal bewirtet.
Die Tradition erfordert,
dass auch heute noch die Umgangssprache plattdeutsch ist.
Höhepunkt ist nach wie vor das alljährliche Gildefest, welches am 3. Wochenende im Juli über
3 Tage gefeiert wird.
Durch das Schiessen auf den Sächsischen Vogel und dem Fischpieken durch die Gildeschwestern wird jedes Jahr ein
neues Königspaar proklamiert. Außerdem wird auch jährlich ein neues Jungkönigspaar ermittelt. Die Gilde gehört
jedoch nicht dem Schützenverband an.
Viele weitere kulturelle Veranstaltungen begleiten die Gilde über das Jahr, z.B. zwei Versammlungen,
Königsball, Grillfest und Preisskat.
Gildeschwestern und Gildebrüder in selbstgeschneiderter Festtracht, wie sie einst von den
Fischern und ihren Frauen zu besonderen Anlässen getragen wurden, sind unser besonderer Stolz. Unsere Trachtengruppe
ist mit über 20 Personen, so meinen wir, noch ein Stück Nostalgie aus der 340-jährigen Geschichte der Ellerbeker Büttgill vun 1666.
Durch ein Kindervergnügen während der jährlichen Gildefeier werden die Kinder und
vielleicht unser späterer Nachwuchs mit eingebunden.
Die Ellerbeker Büttgill genießt auch über die Stadtgrenzen hinaus ein
hohes Ansehen in Gesellschaft und Politik.
Uwe Wohlert